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SCHWERPUNKTE

Im Mittelpunkt der Vorermittlungen stehen Quellen im Inland, mit denen wir heute noch lebendes Personal eines Lagers, von Einsatzgruppen oder anderen Einheiten ausfindig machen wollen. Mit den zur Verfügung stehenden Beweismitteln kann zwar eine konkrete Förderung eines einzelnen Mordes selten nachgewiesen werden - vielmehr kann lediglich die Eingliederung in das Vernichtungsprogramm festgestellt werden. Dieser weite Ansatz war auch die Grundlage einer Liste von 30 Personen aus Auschwitz; ein Verfahren vor Gericht läuft noch. In gleichem Maß haben wir 18 Verfahren gegen Personal des Konzentrationslagers Majdanek (Lublin) sowie neun Verfahren im Jahr 2016 zum Konzentrationslager Stutthof (bei Danzig) an die Staatsanwaltschaften abgegeben. Derzeit ermitteln die Staatsanwaltschaften u.a. zu Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen. Wir prüfen zudem die Konzentrationslager Neuengamme (bei Hamburg), Flossenbürg, Groß-Rosen, Mittelbau-Dora und Natzweiler.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Sichtung von Archiven in der Russischen Föderation. Die politischen Umwälzungen im ehemaligen Ostblock brachten für die Zentrale Stelle die Möglichkeit mit sich, nun auch das dort lagernde Archivmaterial zu prüfen, welches ihr während des Kalten Krieges weitgehend nicht zugänglich gewesen war. So erhielt die Zentrale Stelle schon bald nach der deutschen Wiedervereinigung von der Justizministerkonferenz den Auftrag, das umfangreiche „NS-Archiv“ des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der ehemaligen DDR zu sichten und auszuwerten, nachdem die DDR-Behörden zuvor jahrzehntelang beharrlich die Zusammenarbeit mit der Zentralen Stelle verweigert hatten.

Darüber hinaus hat sich die Tätigkeit der Zentralen Stelle auf Südamerika erstreckt, weil der Verdacht bestand, dass NS-Verbrecher auch in diese Staaten ausgewandert sind um unterzutauchen. 


Akten Demjaniuk-Verfahren



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